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2 aus 2000Am Donnerstag feierte uns die Stadt Zürich im Kongresshaus – gemeinsam mit knapp 2000 anderen Menschen aus 100 Ländern, die alle 2014 in Zürich eingebürgert wurden. Etwas mehr als 700 Leute waren der Einladung gefolgt und sorgten für einen vollen Saal.

Nach ein paar schmissigen Nummern der BigBand der StadtJugendMusik Zürich trat Gerold Lauber, Mitglied der Big Band der StadtJugendMusik ZürichStadt-Regierung (“Stadtrat” – das muss ich erst noch lernen) und der Christlich­demokratischen Volkspartei CVP, ans Mikrophon. Seine Ansprache – gewürzt mit dem Versprecher, die Fremden und die alt­eingesessenen Zürcher mögen aufeinander losgehen – äh, nein, zugehen – enthielt einige deutliche Worte zur Massen­einwanderungs-Initiative Gerold Laubervom Februar 2014, deren Annahme er sehr bedauerte (so ein blödes Volk!), und versicherte, in Zürich hätten mehr als 70% dagegen gestimmt, denn Zürich sei schon immer eine weltoffene und Fremden gegenüber aufgeschlossene Stadt gewesen. Als weitere Rednerin kündigte er eine in Zürich lebende Iranerin und Historikerin der islamischen Kunst an, vorher aber spielte nochmal die Big Band ein paar internationale Stücke.

Eine junge Frau trat ans Mikrophon mit sehr freizügig geschnittenem Kleid – nein, es war nicht die iranische Professorin, sondern ausdrucksstarke Sängerin, deren Name aber nirgendwo zu finden ist.
Elika DjaliliDie Professorin, Elika Djalili, sprach zum Glück nicht über ihr historisches Fachgebiet, sondern erzählte, wie sie – zum Studium nach Zürich gekommen, durch die Iranische Revolution zum Bleiben gebracht, sich zunächst gar nicht sonderlich für die Verhältnisse in ihrer Heimat interessiert hatte, dann aber – weil sie immer und immer wieder von ihrer neuen Umgebung darauf angesprochen und befragt wurde, begonnen habe, sich mit der Kultur ihres Landes näher auseinanderzusetzen, und erst in der Fremde zur Expertin für die alte Heimat wurde. Hübsche Dialektik.

Nochmal trat die Big Band auf und nach zwei weiteren jazzigen Nummern wurde der Sound plötzlich ganz ländlich-sittlich, alle wurden animiert, mitzuklatschen (“Erkannt? Die schweizerische Nationalhymne!” – Ich hab’s geglaubt, war aber nur ein Scherz von Herrn Lauber; da sieht man wie gut informiert ich bin), der Apéro begann (im Programmheft als “Aperitif” angekündigt), und die 700 anwesenden Neubürger konnten entweder jede für sich den Häppchen zusprechen oder den einen oder anderen interessanten Erfahrungsaustausch anknüpfen.

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