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Zugegebenermassen ist mir die Schweizer Wahlarithmetik mit ihren abstrusen Listenverbindungen noch ein Buch mit sieben Siegeln, und von Seiten der Grünliberalen Entscheider höre ich, dass es auch gar nicht weh tut. Trotzdem sträuben sich mir die Haare, wenn ich höre,, dass die Grünliberalen für die eidgenössischen Wahlen im Herbst Listenverbindungen u.a. mit der Ecopop-Vereinigung eingehen.

Ich kann Ecopop nur von ihrer Abstimmungs-Initiative im November 2014 beurteilen (die zum Glück mit 74% abgelehnt wurde). Ich weiss nichts über die Leute, die hinter der Initiative stehen, und möchte niemandem etwas unterstellen; wahrscheinlich haben sie alle gute Absichten. Aber die Kombination von Umweltschutz, Malthus’scher Bevölkerungsbegrenzung und Ausländerabwehr, die in dieser Initiative zum Ausdruck kam, ist für mich eine braun-schimmernde Perversion dessen, was ich unter ökologischer und gleichzeitig liberaler Politik verstehe.

“Grün” und “liberal” sind zwei voneinander unabhängige Konzepte, die für mich beide einen positiven Wert haben. Sie liegen zugegebenerweise im Konflikt miteinander – zu viele Grüne sind nicht liberal, und zu viele Liberale sind nicht ökologischem und nachhaltigem Wirtschaften verpflichtet. Deshalb ist es für mich eine interessante, lohnende und herausfordernde Aufgabe, diese beiden Denkrichtungen – Feuer und Wasser – zusammenzubringen.

Aber auch “grün” und “braun” gehen manchmal zusammen, und ich halte das für brandgefährlich. Wie schon gesagt, unterstelle ich den Ecopop Leuten nichts; ich beurteile nicht die Leute und ihre Absichten, sondern die Ideen, die in ihrer Initiative zum Ausdruck kommen. Für mich sind sie das Gegenteil von liberal, und das ist um so schlimmer, als über den Umweltschutz-Gedanken, den Ecopop ja auch transportiert, eine gewisse Nähe zum grünliberalen Gedankengut suggeriert wird.

Ich glaube, dass sich die Grünliberalen durch Verbindungen mit Ecopop einen Bärendienst leisten.

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