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Heute lud Michael Rüegg vom Sozialdepartement der Stadt Zürich zu einer weiteren Quartiergruppen-Sitzung ins Staatssekretariat für Migration (SEM) an der Förrlibuck­strasse ein. Was gibt es neues?

Schnellere VerfahrenClaudio Martelli und Katrin Graf informierten, das Provisorium im Juch-Areal, mit dem die beschleunigte Abwicklung von Asylverfahren erprobt werden sollte, habe Ergebnisse geliefert. Die Verfahrensdauer konnte von über 80 auf unter 60 Tage gedrückt werden. Aus der Zustimmung zur Asylbeschleunigung in der Volksabstimmung am 5. Juni leiten Stadt und Bundesbehörden den Auftrag ab, das Bundesasylzentrum jetzt entschlossen voranzutreiben.

Nächste SchritteEine Projektorganisation ist gebildet, und Umsetzungsprojekte wurden gestartet mit dem Ziel, das Zentrum für 340 Asylbewerber 2019 eröffnen zu können. Die Einspruchsfrist ist inzwischen abgelaufen; es liegt ein Einspruch vor, bei dem es – wie auf Anfrage erklärt wurde – um Lärmschutz geht. Wie ich verstanden habe, ist der Beschwerdeführer besorgt, dass die Lage für die Asylbewerber zu laut ist. Worst case kann sich das, durch alle Instanzen, dreieinhalb Jahre hinziehen. Best case nicht.

Grundriss EG Es gibt einen neuen Architekten-Entwurf, der in groben Zügen vorgestellt wurde. Das Objekt soll offenbar bewusst den Eindruck eines Provisoriums machen, seine Lebensdauer ist auf 15 + (2 * 5) Jahre begrenzt. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, aber für meinen wurde hier stark das Gewicht darauf gelegt, bloss nicht den Eindruck zu erwecken, dass für Asylbewerber irgend etwas schönes oder luxuriöses errichtet werde.

Grundriss 1.OG Der Nachteil besteht darin, dass auch die Zürcher Stimmbürger mit diesen Gebäuden – jedenfalls von aussen – leben müssen. Ein wenig schmucker würde der Stadt vielleicht gut anstehen. Jedenfalls sollen die Wohnräume lärmabgewandt liegen, und alles um einen Innenhof herum gebaut werden. Umzäunt wird das Gelände nicht.

Grundriss 2.OG Auch an einen Begegnungsraum wurde gedacht, wo sich Bewohner des Heims mit Menschen von ausserhalb treffen können; allerdings ist das noch eine ziemliche Leerstelle, die mit Phantasie gefüllt werden muss. Wenn ich es richtig verstanden habe, ist die ganze Planung ohne Wettbewerb und Alternativen entstanden. Wegen Provisorium.

Meilensteine Bau Im Januar kommt die Sache in den Gemeinderat und am 24. 09. 2017 soll die Abstimmung über das Projekt mit seinen 24 Millionen Baukosten stattfinden. Im besten Fall – keine gravierende Verzögerung durch die Einsprache, und positiver Entscheid der Stimmbürger – könnten am 30. Juni 2019 die ersten Bewohner in das Heim einziehen. Und weil sich das alles doch noch eine Weile hinzieht, wird zwischenzeitlich im Sinne einer vorläufigen Nutzung eine Containergruppe für bis zu 60 Asylbewerber auf dem gleichen Gelände betrieben.

Termine Politischer Prozess Nach wie vor ein wenig befremdlich ist für mich, dass die Verwaltung in den politischen Prozess ohne einen “Plan B” geht; in den Zeiten der Überraschungssiege von Brexit und Trump scheint mir das etwas gewagt, und den Stimmbürgern zu sagen: Ihr müsst zustimmen, weil wir alternativlos geplant haben, das kann vielleicht doch nach hinten losgehen.

Nachtrag 1.12.16: Gestern informierte die Stadtregierung den Gemeinderat offiziell (siehe Bericht im Tagi)

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