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In Zürich stehen Wahlen für Gemeinderat (= Stadtparlament) und Stadtrat (= Stadtregierung) an.

Die Stadt Zürich ist seit vielen Jahren regiert von einem links-grün dominierten Stadtrat, und einmal mehr dreht sich die Debatte darum, “linke Mehrheit” zu verteidigen oder “rechte Mehrheit” zu erobern. Auch in der Presse als reiner links-rechts Lagerwahlkampf abgehandelt. Die einzigen, die aus der Reihe tanzen, sind die Grünliberalen, die sich keinem der beiden Lager eindeutig zuordnen lassen.

Die Positionen der Parteien, sowie der Standort der Kandidatinnen und Kandidaten werden hier gerne mit einem “Smartgrid” dargestellt, das die Positionen nach links/rechts und konservativ/liberal aufsplittet. Ich bin nicht restlos von der Sinnhaftigkeit dieser Darstellung überzeugt, aber sie mag helfen, ein wenig die relative Nähe bzw. Distanz der Positionen zu veranschaulichen.

Smartmap Parteien Zürich

Was jedenfalls aus der Graphik hervorgeht – und mit meiner Wahrnehmung auch übereinstimmt – ist, dass SP und Grüne programmatisch fast identische Positionen einnehmen. Die Grünen als “SP plus Fahrradwege” wahrzunehmen ist jedenfalls nicht völlig an den Haaren herbeigezogen.
Was man auch sieht, ist, dass die Kandidatinnen und Kandidaten teilweise deutlich von ihren Parteien unterschiedene Positionen einnehmen; insbesondere die amtierenden Stadträtinnen und Stadträte tendieren mehr zu zentristischen und liberalen (= weniger festgefahrenen) Positionen.

Nun zur Kandidatenlage.

Neun Plätze sind zu besetzen, und um im ersten Wahlgang gewählt zu werden, braucht die Kandidatin / der Kandidat eine absolute Mehrheit der abgegebenen Stimmen.

Wähleranteil Stadtratswahl Zürich

Das bedeutet, mit 3 SP, 2 Grünen, 1 AL bekäme das “linke” Lager 5 von neun Sitzen und die Mehrheit wäre stabil. Nun sind die Plätze 8-12 alle nahe beieinander, so dass sich das Ergebnis noch verschieben kann. Insbesondere für Andreas Hauri von den Grünliberalen könnte die absolute Mehrheit noch zur Falle werden, weshalb er auf Stimmen von anderen Parteien angewiesen ist.

Ich mache es mir leicht, folge dem Smartgrid und werde diejenigen wählen, die sich im oberen linken Quadranten finden – zwischen Hauri und Wolff, also Andreas Hauri, Corine Mauch (auch als Stadtpräsidentin), André Odermatt, Raphael Golta, Daniel Leupi, Richard Wolff.

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